Der rote Faden durch dieses Projekt
Lieber Leser, diese Seite soll ihnen helfen, einen Überblick über die Themen auf wald1.at zu gewinnen.

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Wir beginnen mit einer kleinen Forstgeschichte des Mölltaler Waldes, um zu erfahren, wie die heute bedrohten Schutzwälder in den letzten beiden Jahrhunderten entstanden sind.
- Einen kleinen Überblick zur Baumartenverteilung finden sie auch in der Auswertung meiner Zahlen, die ich nach einem viertel Jahrhundert Planung für Mölltaler Agrargemeinschaften gesammelt habe.
- 2018 begannen dann die einschneidenden Veränderungen für den Mölltaler Schutzwald: zuerst der Sturm Vaia, dann Schneebruch und in den letzten Jahren eine massive Borkenkäfervermehrung. Zwar gab es schon zuvor immer wieder Probleme, dennoch greife ich das Jahr 2018 hier besonders heraus.
- Manche mögen glauben, das sei alles Wetter und purer Zufall und man könne problemlos ein „Weiter wie bisher“ im Wald verantworten. Die Zahlen sagen aber eindeutig etwas anderes. Wir haben aus den Messdaten der letzten fünf Jahrzehnte belastbare Daten und sehen daraus, dass sich das Klima rapide verändert hat. Klimawandel ist kein Fantasieprodukt der Zukunft, er fand bereits in einem Ausmaß statt, das unseren Wald stark belastet. Die Natur kann mit dieser rasanten Veränderung nicht mithalten.
- Wir lernen zuerst, dass jede Baumart einen Klimabereich genetisch einprogrammiert hat, innerhalb dessen sie gedeihen kann. Wir sehen in diesem Beitrag auch die ersten genauen Zahlen zur Veränderung: Die Entwicklung der Jahresmitteltemperatur und der Jahresniederschlagsmengen für die Messstationen Obervellach, Mallnitz und Großkirchheim.
- Dann lernen wir die wahren Problemfaktoren für das Baumartenwachstum näher kennen: Die Sommertemperaturen und die Sommerniederschläge im Mölltal. Dieser Beitrag fasst die mittlere Temperatur und den Niederschlag in der Vegetationsperiode (Juni bis September) im Zeitraum von 1970 bis heute zusammen. Spätestens hier sollte klar sein, wie dramatisch sich die Bedingungen verändert haben und nach wie vor verändern. Nichts ist mehr so, wie es war!
- Danach schauen wir uns die Winterdaten seit 1970 an und sehen, dass auch diese Grund zur Sorge um den Wald geben. Wir lernen Begriffe, wie Spätfrost, Frosttrocknis, und weitere Auswirkungen zu milder Winter kennen.
- Nun sind wir mitten im Thema Waldumbau angekommen. Wir erfahren, wie sich laut Prognose von Fachleuten die Temperaturen in unserem Tal bis zum Jahr 2100 weiter entwickeln werden. Wir lernen aber auch, wie langsam sich die Natur an Veränderungen anpassen kann. Wir müssen ihr helfen und wir müssen unseren Wald aktiv umgestalten.
- Dazu müssen wir verstehen, welche Temperaturen unsere Baumarten überhaupt aushalten können. Hier schauen wir genau auf die Sommertemperaturen und die genetische Temperaturtoleranz unserer Baumarten. Wir haben bisher gelernt, dass es primär die zu hohen Temperaturen sind, die unserem Wald so zusetzen. Wenn wir das nicht akzeptieren, fahren wir unsere Wälder der Zukunft an die Wand! Man darf den Vorfahren, die nach der Zeit des Bergbaus unsere Fichtenwälder begründet haben, keine vorwürfe machen. Zur damaligen Zeit war das Wissen noch nicht vorhanden. Wenn wir heute aber diese Fakten ignorieren, wirft das kein gutes Licht auf die Forstwirtschaft.
- Dann denken wir einen Schritt weiter: Nachdem wir wissen, wie sich das Klima in den drei Messstationen Obervellach, Mallnitz und Großkirchheim seit 1970 verändert hat, leiten wir daraus über einen Temperaturgradienten eine Formel ab, die es uns erlaubt, die aktuellen und prognostizierten Temperaturen für alle Vegetationsstufen des Mölltaler Waldes genau zu berechnen. Spätestens hier sehen wir die Dramatik dieser Veränderung. Die Waldgrenze geht nach oben, wo es eng wird für kälteliebende Arten. Unten wird es wärmer und wärmer und dort sind unsere aktuellen Wälder nicht zukunftsfähig! All das passiert viel zu schnell und es passiert, ohne dass wir es groß verhindern können. Wir können aber aktiv jene Baumarten einbringen, die mit den aktuellen und zukünftigen Bedingungen besser zurecht kommen.
- Nun berechnen wir die Temperaturen für die Höhenstufen unseres Waldes noch einmal getrennt für die Schattseite und die Sonnseite und schauen anhand der aktuell gemessenen Temperaturen, welche Baumarten genetisch so programmiert sind, dass sie mit diesen Bedingungen klarkommen. Wir sehen hier, dass die Fichte schon jetzt eindeutig zu den Verlierern gehört. Das hilft zu verstehen, warum es aktuell so katastrophale Auswirkungen auf unsere Wälder im Mölltal gibt. Wir lernen aber auch, dass es sehr wohl Baumarten gibt, die mit den höheren Temperaturen klar kommen.
- Dann werfen wir einen blick auf den Wald der Zukunft. Wir können unsere Temperaturen für die Höhenstufen in der Schatt- und Sonnseite für diese Prognose auf das Jahr 2100 hochrechnen. Wir müssen bei der Waldplanung in so langen Zeiträumen denken und uns muss dabei bewusst sein, welch große Verantwortung wir dabei übernehmen. Nahezu der gesamte Wald im Mölltal ist Schutzwald! Er hat lebenswichtige Schutzfunktionen und sichert unsere Ortschaften. Wenn wir aus welchen Interessen wie auch immer an der Fichte und den bisherigen Gepflogenheiten festhalten, fahren wir das System unweigerlich an die Wand! Die klimafitten Zukunftsbaumarten mögen weniger Ertrag versprechen, sie sichern aber die wichtigste Waldfunktion: die Schutzfunktion, ohne die wir in unserem Gebirgstal nicht überleben können.
- Nun sind wir schon recht tief in der Materie angekommen. Bisher haben wir aber nur rein anhand der Sommertemperaturen einen Filter über die Baumartenkandidaten gelegt. Nun schauen wir uns weitere Kriterien für eine forstlich korrekte Baumartenwahl an. Daraus habe ich für jede Baumart unseres Zukunftswaldes ein kleines Porträt angelegt. Wir sehen, in welcher Höhenstufe wir damit arbeiten können und wir sehen auch, ob die Baumart für die Schattseite oder die Sonnseite besser passt. Wir sehen auch Risiken zu den einzelnen Baumarten, die wir bei deren Einbringung beachten und lösen müssen. Spätestens hier lernen wir, dass der Wildverbiss für viele Baumarten, die wir unbedingt brauchen der limitierende Faktor Nummer eins ist. Wir lernen in diesem Artikel aber auch, dass wir für jene Bereiche unseres Tals, in denen es bis 2100 so warm wird, dass keine der bisher betrachteten Baumarten hier wachsen kann, auch ein Instrument für die Baumartenwahl haben: Wir lernen was klimatische Zwillingsregionen sind und wie wir mit ihnen arbeiten können.
- Es ist im Mölltal bereits fünf nach Zwölf und es gibt keinen Plan B für einen klimafitten Schutzwald! Daher müssen wir Probleme und hier geht es vorrangig um das Problem der hohen Schalenwildstände, in den Griff bekommen. Jetzt ist die Zeit, mit der Aufforstung von mehr als 8.500 Hektar Schadflächen zu beginnen. Dabei geht es um riesige Summen an Fördergeldern und es geht um die Zukunft unseres Tals!
- Wir wollen sachlich an das Wald-Wild-Problem herangehen und werfen einen Blick zu unseren Nachbarn, wo wir rasch bemerken, dass es ohne behördliche Lenkung des Abschusses nicht funktionieren kann. Wir müssen die Jagd professioneller aufstellen, um unseren Wald der Zukunft zu sichern!
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Wir müssen unseren roten Faden auch bis zu diesem brisanten Spannungsfeld weiter folgen: Der Rolle des Nationalparks Hohe Tauern, der in diesem Gebiet die Jagdhoheit auf über 25.000 Hekar ausübt. Wir analysieren, welche Auswirkungen so große Zonen mit nahezu keiner effektiven Bejagung auf die Rotwildpopulation haben und setzen den Fokus auf die Tatsache, dass der Steuerzahler einerseits dieses große Naturschutzprojekt finanziert und auf der anderen Seite öffentliches Geld in Aufforstungen fließt, die angesichts der vom Nationalpark unregulierten Rotwildpopulation im Äser des Wildes enden.
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Aus meiner beruflichen Praxis im Mölltal weiß ich, dass wir ohne eine Reduzierung des aktuellen Wildbestandes niemals schnell genug einen klimafitten Zukunftswald auf unseren Schadflächen im Schutzwald begründen können. Wir müssen uns daher in einem weiteren Beitrag mit den Werkzeugen der Bestandesregulierung und der Populationsdynamik beim Rotwild befassen. Lesen sie hier zu diesem spannenden Thema aus der Wildbiologie.
- Abschließend widmen wir uns noch der Praxis der Aufforstung. Zuerst werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen von Großkahlschlägen, denn diese dominieren 2026 das Waldbild im Mölltal.